Einiges zu den Texten in der Darstellung der Fenster

Die Texte sind dem Heftchen

     "St. Felizitas Lüdinghausen

      Kirchenfenster einmal anders"

entnommen.

Allgemeines

In Kirchen und Kathedralen haben die Fenster eine viel größere Bedeutung als  in profanen Gebäuden. Sie dienen nicht nur dem Zweck  genügend Licht in den Kirchenraum hereinzulassen, sondern haben auch eine künstlerische Funktion. Durch ihre Anordnung gliedern sie harmonisch die großen Wandflächen der Kirchen drinnen und draußen und sind durch ihre Gestaltung zugleich charakteristische  Merkmale des jeweiligen Baustils. Kunstwer-ke sind die Kirchenfenster aber vor allein durch die Glasmalereien. Diese sind in den gotischen Kirchen ein unentbehrlicher Teil ihrer Ausstattung.

Die Kunst der Glasmalerei gab es schon im frühen Mittelalter. Sie entfaltete sich aber besonders mit der Entstehung der großen gotischen Kathedralen in Frankreich, England und Deutschland und wurde eine sehr geschätzte Kunst. Man denke etwa an die Kathedrale von Chatres (Frankreich) mit ihren 146 bunten Fenstern, an die Münsterkirchen von  Straßburg und Freiburg oder an das Hochchor und die Kapellen im Kölner Dom. Gerade die gotische Baukunst schuf die großen Kirchenfenster. Manchmal erscheinen die Wände in den riesigen Höhen der Kathedralen wie aufgelöst und durch Fenster ersetzt. Diese sind nun ein wertvoller Schmuck der Gotteshäuser und erzeugen durch ihre Bilder und Farben im sakralen Raum eine weihevolle Stimmung.

Im 19. Jahrhundert lebte die Glasmalerei wieder auf, und es kam zu vielen Neuschöpfungen, die aber im allgemeinen nicht die künstlerische Qualität der mittelalterlichen erreichten.

Die Felizitaskirche zählt in ihrem eigentlichen Kirchenraum 21 Fenster verschiedener Größe. Dazu kommen noch 15 kleinere in den Nebengebäuden, Eingangshalle, Seitenkapelle und Sakristei. Die Fenster der Sakristei haben keine bunte Verglasung. Alle andern sind mit farbigen Ornamenten oder bildlichen Darstellungen geschmückt.

Die Fenster sind unten durch die Sohlbank (Fensterbank) und an den Seiten durch die Laibung (die senkrechten. häufig abgeschrägten Einschnitte der Wand) begrenzt. In St. Felizitas haben diese Leibungen durchweg die Form einer Hohlkehle in dunkelroter Farbe. Den oberen Abschluss bildet bei allen Fenstern ein Spitzbogen. Wie für den romanischen Stil der Rundbogen, so ist für den gotischen der Spitzbogen typisch.

Jedes Glasfenster mit bildlichen Darstellungen besteht aus vielen kleinen und größeren verschiedenartigen Stücken, die den Bildern entsprechend durch sogenannte Bleiruten zusammengehalten werden.