R6-Vischeringsche Fenster über dem Südportal

V. Die Fenster im südlichen Seitenschiff

Auf unserem weiteren Weg, durch die Felizitaskirche kommen wir nun an ein Kunstwerk eigener Art, nämlich das Vischeringsche Fenster über dem seitlichen Seitenportal. Als Stiftung der Familie Graf Droste zu Vischering wurde es in den fünfziger Jahren von Erich Feld (Köln) entworfen und von Heinrich Oitmann (Düsseldorf) ausgeführt. Wappen und Burg Vischering sind unten in der rechten Ecke abgebilde.

Die Sinndeutung des Bildes in diesem Fenster ist nicht leicht. Ein großes, schräg gestelltes Kreuz, in einem Kreis eingeschlossen, beherscht die Mitte des Bildes und fällt sehr ins Auge. In dem Kreis weisen auch die Marterwerkzeuge Nagel und Zange auf das Leiden Christi hin. Die runde, rot umrandete, dunkle Scheibe könnte man als die beim Tode Jesu verfinsterte Sonne (Lk 23, 45) deuten. Ebenso ist das geschlachtete Lamm oben im Fenster ein Hinweis auf das Lamm Gottes. Von unten führt ein breiter, dunkelgrüner Streifen in scharfen Winkeln wie eine Straße zum Kreuz hinauf, Im übrigen ist Braun die vorherrschende Farbe. So liegt eine eigenartige, erste Stimmung über dem ganzen Bild.

Nun zum Kern der Darstellung:
Unter dem Kreuze, in den Kreis hineinragend, sitzt Christus. Er neigt seinen Kopf dem Apostel Johannes zu, der neben ihm sitzt. Dies ist die Szene, die derselbe Johannes In seinem Evangelium (13, 23) bei der Schilde¬rung des letzten Abendmahles beschreibt: "Einer seiner Jünger lag an der Seite Jesu - der, den er besonders liebte." Wir sehen: Jesus greift mit seiner rechten Hand den Apostel um die Schulter und zieht ihn förmlich an sein Herz.

Diese und andere Stellen des Johannes-Evangeliums haben Anlass gegeben zur Entstehung und Entfaltung der Herz-Jesu-Verehrung. In der Geschichte der Frömmigkeit, speziell der Christusmystik, spielt die Herz-Jesu-Verehrung, die schon bei den Kirchenvätern grundgelegt ist, gerade in Deutschland eine bedeutende Rolle.

Wenn nun die Familie Graf Droste dieses Motiv der Herz-Jesu-Verehrung für ihr Fenster in der Felizitaskirche wählte, so war und bleibt das auch eine Erinnerung an die selige Maria Droste zu Vischering, die eine große Verehrerin des hlst. Herzens Jesu war und im Orden den Namen "Schwester Maria vom göttlichen
Herzen Jesu trug. (Sie starb 1899 im Kloster vom Guten Hirten zu Porto in Portugal.)

Ausschnitte, während der Innenrenovierung der Kirche 2014 vom Gerüst aufgenommen